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Weihnachtsrundbrief 2015

 

Kloster Altomünster, im Dezember 2015

Liebe Freunde des Lebens,

Weihnachten steht wieder einmal vor der Türe, aber nicht nur die Gottesmutter, die uns ihren kleinen Sohn Jesus schenken möchte, klopft an unsere Herzenstür, auch viele Asylanten/Flüchtlinge/Einwanderer begeben sich seit Monaten auf Herbergssuche in unseren Ländern, vorrangig bei uns in Deutschland.

Es erstaunt dabei, wie weit und offen die Herzen unserer Politiker zu sein scheinen; welche „wir begrüßen die Welt“ Mentalität zeigen nicht nur die Verantwortlichen unserer Gesellschaft, sondern auch viele, viele einzelne Bürger, wenn es darum geht Ausländer willkommen zu heißen und bei sich zu Hause aufzunehmen.

Deutschland zeigt Herz, aber nur den „Fremden“ gegenüber. Die eigenen Nachkommen, werden weiter ungestraft dezimiert und selbst die Alten und Kranken sind inzwischen durch die undifferenzierte Gesetzgebung, wenn es um die eingeschränkte Sterbebeihilfe geht, bedroht.

Außer im gewerbemäßigen Bereich ist die Beihilfe zum Suizid seit kurzem straflos; man entscheidet selbst bei seinem Nachwuchs und bei den eigenen schwer kranken und sterbenden Angehörigen über lebenswertem und lebensunwertem Leben. Oder es tut dies das Krankenpersonal und die Ärzteschaft an unserer Stelle.

Wie passen Asylantenpolitik und Lebensschutz mit so gegensätzlichen Gesetzestexten zusammen? Warum werden alle Türen nach Außen geöffnet, aber die eigene Türe bleibt gegenüber dem schutzbedürftigen Leben der eigenen Familie geschlossen?

Selbstverständlich ist: Kein wahrer Christ verschließt gegenüber wirklich verfolgten und mit dem Leben bedrohten Mitmenschen, von wo auch immer sie kommen und welcher Konfession sie auch angehören mögen, die Türen. Was aber wird geschehen, wenn das christliche Abendland in unaufhaltsamer Weise die eigenen Generationen weiter in diesem erschreckenden Ausmaß auslöscht und gleichzeitig zehn- und hunderttausendfach Moslems „einmarschieren“ – wobei doch eigentlich in der Türkei oder den arabischen Ländern als unmittelbarem Nachbarn und Glaubensverbündetem wirklich Verfolgte ein viel näheres Asylland auffänden – und an unserer Stelle bzw. mit unseren Christenmenschen sich vermischen und sich fortpflanzen. Sind unsere christlichen Wurzeln und Glaubensüberzeugungen stark genug, um diesem Ansturm, auch geistig gesehen, gewachsen zu sein?

Wir dürfen keiner Not gegenüber unsere Augen und Ohren verschließen, doch müssen wir differenzieren, ob es sich um Menschen handelt, die sich ein Paradies auf Erden wünschen und deshalb zu uns auswandern oder ob sie direkt mit Leib und Leben bedroht sind. Die Würde eines jeden Menschen ist nach §1 Grundgesetz unantastbar, warum nicht erst recht jene der Kleinsten und Ältesten, der Wehrlosesten unserer Gesellschaft?

Genug „schwarzgemalt“, halten wir uns immer vor Augen, was unser Hl. Vater, Papst Franziskus gesagt hat: „Lasst euch nicht die Hoffnung und die Lebensfreude rauben, die aus der Erfahrung der göttlichen Barmherzigkeit hervorquellen“.

Kommen wir zu den erfreulicheren Nachrichten:

Unsere kleine Gemeinschaft ist inzwischen auf 5 Personen als feste Mitglieder angewachsen.

Wir sind auch umgezogen. Am 13.8.2015, am Gedenktag des Jahresheiligen unserer Familie für das Leben: sel. Jakob Gapp, führte uns der Herr zu einem Kloster nördlich von Dachau. Bei den Birgittinnen in Altomünster befindet sich seit ca. 2 Monaten der Hauptsitz von Donum Domini und unsere „Schwestern“ freuen sich sehr, dass sie den beiden im Kloster verbliebenen ehrwürdigen Schwestern des Birgittenordens und einer Kandidatin nun zur Seite stehen, das Chorgebet zusammen verrichten und gemeinsam beten und arbeiten dürfen. Das kontemplative Leben der Birgittinnen ergänzt das eher aktiv ausgerichtete Apostolat unserer Gemeinschaft bestens.

Der liebende, immer ideal, optimal und genial führsorgende himmlische Vater hat wieder einmal alles – dank Eurer Gebete und Opfer – wunderbar gefügt.

Der Einsatz vor der Münchner Abtreibungsklinik ist leider immer noch nicht möglich; allerdings klagt inzwischen das Lebenszentrum München gegen das Kreisverwaltungsreferat der Landeshauptstadt. Wir konzentrieren uns dafür umso intensiver auf die Telefonberatung und die Begleitung der unter den Folgen von Abtreibung leidenden Frauen. Zudem verstärken wir das Team im neueröffneten Haus des Lebens in Dachau, das nun nicht mehr so weit von uns entfernt ist, als noch zu Altenburgs Zeiten.

4 junge Mütter sind dort im Moment mit insgesamt 7 Kindern untergebracht, denen man sonst ihre Kinder weggenommen hätte.

Dieses Jahr starteten wir auch erstmals eine einwöchige Lebensschutz „Tournee“ in den Städten Regensburg, Ingolstadt und Nürnberg. Dies war ein toller Erfolg. Ungeahnt wichtige und tiefe Gespräche führten dazu, dass uns schon am dritten Tag die Folder ausgingen. Die Passanten zeigten sich sehr offen und interessiert; sie nahmen hunderte von Babymodellen und wundertätigen Medaillen mit und begrüßten diese Aktion ausdrücklich. Das freut und motiviert uns. Wir werden nächstes Jahr mehrere solcher Apostolate im süddeutschen Raum starten.

Zu unserer aller Freude und zur größeren Ehre Gottes, wollen wir an dieser Stelle noch von Johanna berichten: (*Namen wurden geändert)

„Ich weiß nicht, wer der Vater meines Kindes ist!“, meldete sich Johanna völlig aufgewühlt bei Monja am Telefon. Sie hätte schon bei mehreren Nummern angerufen. Falls die Mehrzahl der Leute der Meinung ist, ihr ehemaliger Freund Simon sei es, dann könne sie sich für das Baby entscheiden. Andernfalls zöge sie eine Abtreibung in Erwägung. Viel Zeit bliebe ihr nicht mehr. Simon unterstütze sie, sollte er tatsächlich der Vater sein. Der andere Mann „möchte nichts von der Angelegenheit wissen“, sagte sie nervös und verzweifelt.

Da eine Ferndiagnose zu riskant ist und Johanna endlich Gewissheit haben wollte, kam ihr das Angebot sehr entgegen, einen Frauenarzt zu suchen, der sich Zeit für eine ausführliche Beratung und Untersuchung nimmt. Die Mitarbeiterin einer uns bekannten Beratungsstelle konnte einen einfühlsamen Arzt empfehlen, sodass Johanna dort gut aufgehoben war, was die Betreuung betraf. Doch auch dem Frauenarzt war es nicht möglich, ihr völlige Klarheit zu verschaffen. Zu viele andere Faktoren spielten eine Rolle. Während weiterer Telefonate gab Johanna zu, bis jetzt stark geraucht und monatelang Drogen zu sich genommen zu haben. Weiterhin aß sie nicht regelmäßig. Ihre Recherchen im Internet führten dazu, dass sie immer mehr in Panik verfiel. Auf keinen Fall wollte sie ein behindertes Kind haben! Schuldgefühle und Ungewissheit drückten sie nieder. Auch Ärzte rieten ihr zu einer Spätabtreibung. In dieser Situation schrieb sie: „Es ist alles so schwierig und furchtbar!….Aber die Telefonate und die Wertschätzung bestärken mich. Ich bin dankbar, dass Sie mich so annehmen, wie ich bin, obwohl ich viel ausgefressen habe.“, gab sie zu verstehen. Auch die Vermittlung an eine gute Hebamme wirkten sich positiv aus. Denn sie stand ihr bezüglich praktischer Dinge zur Seite. Zur Freude aller zeigten die Ultraschallaufnahmen keine Auffälligkeiten – und was keiner am Anfang für möglich hielt, trat ein. Johanna fand die Kraft, ihr Leben „vollständig umzukrempeln“, wie sie stolz berichtete. Ihre Bekannte meldete sich nach langer Zeit wieder und nahm sie zu einem christlichen Workshop mit, sodass Johanna Kontakte knüpfen konnte und erneut lernte Gott und den Menschen zu vertrauen. „Gott möchte, dass ich meine Chancen nutze… Und ich brauche keine Drogen mehr!…Wenn die Ungewissheit nicht gewesen wäre, hätte ich womöglich nie mehr den Weg zu IHM gefunden. Sicherlich sollte alles so sein.“

Von Zeit zu Zeit erhielten wir Briefe von Johanna, die die Vorfreude auf die Geburt ihres Sohnes beinhalteten. Jeder Tag sei eine Herausforderung, aber ihr Bauchgefühl „sage“ ihr immer mehr, dass der erwünschte Mann der Vater des Babys ist. Ein weiteres Untersuchungsergebnis bestärkte sie in ihrer Hoffnung. Sie schrieb, dass die Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit sie erkennen ließ, woran die Beziehung zu Simon scheiterte. Nun sei sie wieder mit ihrem Freund zusammen. Auch die Kontakte zu den Familienmitgliedern seien wieder hergestellt. Durch die vorherige Lebensweise wäre vieles in die Brüche gegangen.

Nach Monaten, in denen Johannas Geduld hart auf die Probe gestellt wurde, kam Marius auf die Welt. Glücklich teilte die junge Mutter mit: „Es ist wirklich Simons Sohn! Und er ist kerngesund!“ Hilfe erfahre sie von der Bekannten, die schon zwei Kinder hat und ihrer Mutter. Denn das Leben mit einem kleinen Krümel sei trotz aller Freude eine Herausforderung.

Alles in allem blicken wir wieder auf ein sehr turbulentes, aber auch äußerst gesegnetes Jahr 2015 zurück, in welchen uns der Herr mit zarten „Liebesbriefen“ in Form einiger Öpferchen reich beschenkte, aber auch durch Euer liebevolles Herz uns viel Segen und durch Eure wohltätige Hand der Gemeinschaft großzügige Spenden zuteilwurden.

Unser Herr möge Euch allen unseren lieben Wohltätern und Schützern des Lebens eure vielen großherzigen Gaben, Gebete und Opfer, ohne welche unsere Gemeinschaft nicht bestehen könnte, tausendfach vergelten und Euch Glauben und Zuversicht, Kraft und unerschrockenen Bekennermut schenken. Gott segne und schütze Euch!

Es bleibt uns nur, wachsam zu sein, die Zeichen der Zeit erkennen und wie die Hirten unseren Erlöser suchen und ihm zurufen: Komm Herr Jesus – Maranatha!

Wir wünschen allen von Herzen frohe und gnadenreiche Weihnachten und für 2016 Gottes reichen Schutz und Segen!

Eure Familie für das Leben