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Weihnachtsrundbrief 2017

Liebe Freunde des Lebens,

einen herzlichen Weihnachtsgruß sendet/Euch die Familie für das Leben aus dem Haus Nazareth.

Wie jedes Jahr um die Weihnachtszeit, wenn sich der Mensch aufmacht, über das Wesentliche im Leben nach zu sinnen; wenn in den kurzen Tagen und langen Nächten, bei trüben und winterlichen, aber auch beschaulichen Stunden die Schöpfung sich regeneriert und erneuert, wollen wir mit unserem Rundbrief einen Blick auf Vergangenes, aber auch Zukünftiges richten.

Dabei denken wir mit Ihnen, unseren Wohltätern, gemeinsam an das, was wir (noch) nicht sehen können: Die vielen „Wunschkinder“, deren Mütter in freudiger Erwartung sind, aber auch an die „ungewollten“ Kinder, die sich wenigstens über „ihr Bethlehem“ freuen würden.

Wenn wir Bethlehem oft mit sehr romantisch, lieblichen Augenblicken verbinden, dürfen wir dabei doch nicht vergessen, dass unser liebes Jesuskind NICHTS hatte außer die Liebe Ihrer Eltern.

 

Und wer liebt und schützt die unerwünschten Kinder?

 

Wenn wir auf die Schwangerschaft Mariens schauen, stellen wir fest, dass das junge Paar auch viele Konfliktsituationen zu bestehen hatte.

Maria war ungeplant schwanger. Wegen der unehelichen Schwangerschaft war sie sogar in Gefahr gesteinigt zu werden.

Josef wusste anfangs nicht, wer der Vater des Kindes ist. Der Nährvater Jesu konnte wegen seiner Armut ihrem Kind nichts Materielles bieten.

Und dennoch sagten sie „JA“.

Natürlich hat Gott der Heiligen Familie Engel geschickt, sollten aber auch wir nicht „Helfer für Gottes kostbare Kinder“ sein?

Wir wollen also auch an die Frauen und Familien denken, welche ebenfalls Konfliktsituationen auszuhalten haben.

Nicht zu vergessen auch jene Mütter, die das „zweite Opfer einer Abtreibung“ (hl. Mutter Theresa) wurden.  Sie haben es leider nicht geschafft dieses JA auszusprechen… und sich somit gegen das Leben entschieden.

Sie alle bedürfen unseres Gebetes, unserer Unterstützung. Wir müssen uns mutig für eine Kultur des Lebens einsetzen, durch Gebet, Opfer, Meinungsäußerungen, usw.

Solange die lebensgefährliche Bedrohung der unschuldigsten, ungeborenen Kinder noch anhält, wollen wir uns gemeinsam schützend vor sie stellen und ihnen Zuflucht bieten.

Selbiges taten wir im vergangenen Jahr für viele Schwangere in Not, die an unsere Tür im Haus Nazareth in Bad Laer anklopften. Verschiedensten Frauen konnten wir eine Unterkunft bieten. Jede hatte mit oder ohne Kind einen Platz vor allem in unserem Herzen gefunden, was uns durch den Erfolg mehrerer geretteter Babys auch dieses Jahr wieder sprachlos und dankbar zugleich werden lässt.

Um auch Sie/Euch an unserer Freude teilhaben zu lassen, beschlossen wir, dass dieser Rundbrief hauptsächlich aus Zeugnissen bestehen soll.

Ein Beispiel sei dabei besonders hervorgehoben, weil es sich um eine kleine, wirklich heilig mäßige Familie aus Madagaskar handelt, die ebenfalls durch Gottes Vorsehung in unser Haus gefunden hat. Bezeichnend sind die Namen, der Eltern, die wir mit ihrer Erlaubnis hier veröffentlichen dürfen: Sie heißen wirklich Maria und Josef. Ihre Tochter ist 1,5 Jahre alt.

 

Doch hören wir ihre Geschichte von ihnen selbst:   

2015 kamen wir beide als Au-Pair nach Deutschland. Aufgrund unserer ungeplanten Schwangerschaft kamen wir über die Telefonberatung von VitaL mit Sr. Monja in Kontakt.

Josef erzählt: „Meine Frau war schwanger und Sr. Monja hat ihr sehr geholfen. Die Familie, in der Maria war, wollte kein schwangeres Au-pair-Mädchen haben, somit lief auch ihre Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland aus. Aufgrund familiärer, gesundheitlicher und politischer Problematiken haben wir in Madagaskar keine Existenzmöglichkeit. Trotz dem Bemühen von Sr. Monja fanden wir keine Lösung. Viele Menschen rieten ihr das Kind wegzumachen, trotzdem haben wir uns für unsere Tochter und somit für eine ungewisse Zukunft entschieden.

Weil die Geburt unmittelbar bevorstand, wir aber in Deutschland nicht bleiben konnten, gingen wir nach Frankreich. Dort war eine normale und kostenlose Geburt möglich.  In Frankreich erhofften wir uns ein sicheres Leben; leider haben wir falsch gedacht. Wir hatten keine Arbeit, kein Geld, keine Wohnung, keine medizinische Versorgung. Wir zogen mit unserem Baby von einer Familie zur Nächsten. In dieser Not schrieb meine Frau Sr. Monja eine Nachricht. Sie reagierte sofort und brachte uns mit Fam. Freiherr von Ketteler in Kontakt. Diese ermöglichten uns einen Besuch in Deutschland, mit der Absicht dort Wege für eine sichere Zukunft zu finden. Leider ist dies in Deutschland immer noch nicht ganz so einfach. Nach verschiedenen Stationen über Bonn und Bramsche (Flüchtlingslager) kamen wir nach Bad Laer. Unser langersehnter Wunsch nach einer Hochzeit wurde am 09.10. erfüllt. In einem festlichen Gottesdient im Hohen Dom zu Münster trat meine Frau zum katholischen Glauben über, wir konnten uns das Ja-Wort geben und unsere Tochter wurde getauft.

Leider wurde unser Asylantrag Anfang Dezember abgelehnt, somit wissen wir nicht wie es für uns weitergehen wird. Im Haus Nazareth verbringen wir viel Zeit, dort erfahren wir Geborgenheit und bekommen alles, was wir brauchen.

Wir sind zutiefst dankbar für alle Gebete und Hilfen. Unsere Tochter ist für uns das Wichtigste, was wir haben. Sie bringt uns täglich zum Lachen und wir möchten sie niemals missen.“

 

Diese Geschichte unserer kleinen Heiligen Familie, erinnert uns an die Konfliktsituation der Heiligen Familie aus Nazareth, die auch einen sicheren Ort für die Geburt ihres Kindes suchten, an vielen Orten nicht aufgenommen wurden und schließlich sogar vor dem Kindesmörder Herodes fliehen mussten. Was wird heutzutage einer Familie, die sich für ihr Kind entscheidet, alles zugemutet? Wie sehr wird es einer Familie leicht gemacht zur Abtreibung zu gehen… hätte sich das junge Au-Pair-Mädchen für die Abtreibung entschieden, wäre ihnen ein Aufenthalt in Deutschland möglich gewesen.

Wir sagen an dieser Stelle einen besonderes Vergelt`s Gott der Familie von Ketteler (Vereinsmitglieder unseres Vereins) für ihren heroischen Einsatz!

Utrecht 9. März 2017(gerettetes Baby in der 17.(!) Schwangerschaftswoche):

Am Dienstag begannen wir vor der Abtreibungsklinik in Arnheim. Keine 15 Minuten in Aktion, „begrüßte“ uns bereits vehement ein Passant, der laut schreiend und wild gestikulierend auf eine Beterin losging. Herr Bos und ein anderer Pro-Lifer mussten einschreiten, was den aufgebrachten Passanten noch mehr in Rage versetzte. Er beschimpfte uns und filmte gleichzeitig die ganze Szenerie. Man hatte den Eindruck, er wäre eigens von der Abtreibungsklinik beauftragt für Unruhe zu sorgen und uns heraus zu fordern. Wir ließen uns aber nicht provozieren, so dass es bei Androhung von Schlägen durch den fremden Mann blieb und er schließlich in irrem Tempo wegfuhr. Dabei hätte er beinahe zwei Personen angefahren.

Später kam auch die Polizei, die unsere Flyer sehen wollte. Sie schickten uns aber nicht weg, so dass wir unsere Beratertätigkeit fortsetzen konnten. Sehr viele Frauen im Schwangerschaftskonflikt gingen an diesem Morgen, an dem wir von 7.30 Uhr bis 13 Uhr vor der Tötungsstätte standen, zur Abtreibung. Wir beteten und berieten die ganze Zeit. Es kam sehr wohl zu Gesprächen, allerdings ohne erkennbaren Erfolg.

Am nächsten Tag fuhren wir bei strömendem Regen zu viert nach Houten, mussten aber feststellen (bzw: waren froh!), dass die dortige CASA Klinik geschlossen war. Wir beteten zwei Rosenkränze, verminten das Gelände mit Wundertätigen Medaillen und kamen schließlich noch mit einer jungen, protestantischen Christin ins Gespräch, die, angetan von unserer Tätigkeit und unseres Zeugnisses, zusagte uns beim nächsten Einsatz vor der Abtreibungsklinik in ihrer Stadt Houten zu unterstützen.

Am dritten Tag wurde dann – Gott sei Dank – ein Baby gerettet:

In Utrecht waren wir am Donnerstag ab 8.30 Uhr im Einsatz. Wir wurden auf ein Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen aufmerksam. Noch auf der gegenüber liegenden Seite der Abtreibungsklinik, wo eine junge deutsche Frau und ihre männliche Begleitung ihr Auto parkten, wurde das Paar von Sr. Monja angesprochen. Es stellte sich heraus, dass die junge Mutter in der 17. Schwangerschaftswoche und eigentlich mit der geplanten Abtreibung nicht glücklich war. Das Problem war ihr Freund, der Kindsvater, der sie zur Abtreibung drängte. Er wurde immer aggressiver je mehr und erfolgreicher die Beraterin auf die Schwangere einredete. Als Sr. Monja schließlich der Frau anbot alleine mit uns nach Deutschland zurück zu fahren, schien die Situation zu eskalieren und ein weiteres Mitglied unserer Gemeinschaft musste einschreiten. Er und Sr. Monja trennten das streitende Paar. Sr. Monja lud die Schwangere in ein Cafe ein und ebenso versuchte unser Mitstreiter den aufgebrachten Kindsvater bei einem heißen Getränk zu beruhigen.

Nach einem mehr als einstündigen Gespräch beschloss die schwangere Frau auf ihr Herz zu hören und ihr Kind zu behalten. Sie bat uns, sie nach Bielefeld zu ihrer – ebenfalls schwangeren – Schwester zu fahren, was nur ca. 45 Minuten von unserem Zuhause in Bad Laer bei Osnabrück entfernt liegt.

Wir brachen also gegen 12 Uhr Mittag die Gehsteigberatung in Utrecht ab und fuhren zusammen mit der nun erleichterten Schwangeren, die ihren Freund allein zurückließ, nach Deutschland.

Dank sei Gott, ihre Tochter darf leben! Vergelt´s Gott allen, die uns unterstützten!

 

 „Baby bleibt“

Heemstede 19. Oktober 2017 – Spätabtreibungs“Klinik“ in Holland.

In Heemstede befindet sich die Abtreibungs“Klinik“, welche hauptsächlich von Deutschen aufgesucht wird. So auch an jenem Tag im Oktober. Zusammen mit anderen Betern und Beratern aus Holland, standen wir wie gewohnt vor den beiden Eingängen, als wir auf ein Auto mit deutschem Kennzeichen aufmerksam wurden. Nachdem das Auto ca. 10 Min. auf dem Parkplatz stand, stieg ein Paar aus, offensichtlich nicht deutscher Herkunft. Unsere Einladung einen Flyer anzunehmen, lehnten beide ab. Die Frau lief schnell an unser vorüber, während der Mann Sr. Monja noch einen Blick zu warf. Sie machte ihn mit einer Geste und dem Hinweis: „We have a present for you“ (wir haben ein Geschenk für sie) auf die wunderbare Medaille aufmerksam, welche sie in Ihren Händen hielt. Neugierig kam er zu ihr hin und nahm das Geschenk an. Es stellte sich heraus, dass die Familie aus der Türkei kommt und fast kein Deutsch spricht. Sr. Monja sicherte dem Mann, der leider auch kein Englisch sprach, gestikulierend ihr Gebet zu und dass sie die Abtreibung nicht tun sollten. Er nahm die Medaille und ging seiner Frau hinterher. 20 Min. später kam das Paar, Arm in Arm, aus der „Klinik“ heraus. Sie schenkten aber zuerst Sr. Monja keinen Blick, als sie jedoch mit dem Auto an ihr vorbeifuhren, lächelte sie ihnen nochmal zu. Daraufhin kurbelte er das Fenster herunter, öffnete seine Hand, in der die Medaille lag, und sagte während er und seine Frau in Tränen ausbrachen: „Baby bleibt!“.

 

Wie Sie wissen, sind wir – abgesehen von der sog. „Gehsteigberatung“ – auch in der Telefonberatung tätig. Anfang August erreichte uns folgende Mail:

Liebe Sr.Monja,

meine Frau und ich wohnen in Deutschland, aber kommen ursprünglich aus Uruguay. Wir kennen uns persönlich nicht, aber wir haben schon einmal im Dezember 2016 telefoniert. Wir befanden uns damals in Uruguay. Es war wahrscheinlich das wichtigste Telefonat in dem schwierigsten Moment unseres Lebens und Sie zusammen mit Prof. Dr. N.N. haben uns wie durch ein Wunder rechtzeitig geholfen. Dank Ihnen haben wir die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt gefunden und das werden wir niemals vergessen.

Unser Mädchen ist im Juli 2017 auf die Welt gekommen, sie hat 3.6 Kg gewogen, war 51 cm groß und ist sehr lebensfreudig. Glücklicherweise ist alles gut gelaufen, die Mama und die Kleine sind gesund.

Meine Frau und ich würden Sie gerne irgendwann persönlich kennenlernen, aber wir haben noch nicht die emotionale Kraft dafür. Die Situation hat uns stark betroffen.

Gott sei Dank es gibt Menschen wie Sie auf dieser Welt.

Ganz liebe Grüße

 

Noch viele weitere Zeugnisse und Begebenheiten könnten wir erzählen – Dank sie Gott dafür!

Aber nicht nur Gott sei Dank, sondern auch Ihnen/Euch, liebe Freunde und Wohltäter. Dank Ihrer/Eurer Unterstützung und Spenden konnten viele Frauen ihr JA zum Kind sprechen.

IHRE SPENDE LEBT!

Damit wir auch weiterhin Frauen im Konflikt begleiten, Kinder betreuen, Frauen nach Abtreibung beistehen, Jugendliche informieren, Vorträge und Schulungen halten können, usw. benötigen wir auch weiterhin Ihre Hilfe.

 

Donum Domini e.V.

IBAN: DE50265624904810315200

BIC: GENODEF1HTR

Diese Weihnachtszeit soll uns daran erinnern, dass das Jesuskind einen Platz in unseren Herzen finden möge und dabei auch alle Kinder, egal ob geplant oder ungeplant, gesund oder behindert unsere Liebe und unseren Beistand brauchen.

Somit wünschen wir Ihnen/Euch allen eine gnadenreiche Weihnachtszeit und Gottes Schutz und  Segen für das Jahr 2018.

 

Donum Domini e.V. – Familie für das Leben -, Haus Narzeth, Iburgerstr. 23, 49196 Bad Laer, info@donumdomini.de, 05424 – 7053088