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Stimmen der Kirche

 

03 Mai 2017

Franziskus: „Rettet so viele Menschenleben wie möglich! Ich ermutige euch dazu und möchte euch segnen. Es gibt keine wichtigere Aufgabe als das, was ihr macht. Seid beharrlich! Betet, betet und betet!“

Vatikan
Papst Franziskus hat die Pro-Life-Arbeit als „wichtigste Aufgabe auf Erden“ bezeichnet. Dies berichtet jetzt die kroatische Organisatoren der Lebensschutzorganisation „40 Tage für das Leben“. Die Verantwortlichen wurden am 12. April nach der Generalaudienz von Papst Franziskus empfangen. P. Marko Glogović, the Geistliche Direktor der Organisation und Ante Čaljkušić, der Hauptverantwortliche der Pro-Life-Initiative, erzählten nach der Audienz Papst Franziskus davon, dass ihre Arbeit vor den Abtreibungskliniken in Kroatien viele Leben gerettet hat. Dann sagte Franziskus: „Ihr macht die bestmögliche Arbeit! Rettet so viele Menschenleben wie möglich! Ich ermutige euch dazu und möchte euch segnen. Es gibt keine wichtigere Aufgabe als das, was ihr macht. Seid beharrlich! Betet, betet und betet!“

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 papst-franziskus-ein-anwalt-der-kinder-jetzt-auch-der-stillenden-muetter-Abtreibung und Euthanasie sind des Menschen unwürdig; Kinder sind Gaben und kein Recht, und Lebensschutz heißt vor allem Respektierung der Frau….

…„Es gibt nichts, was Würde verleiht, wenn man einem Mitmenschen Euthanasie zukommen lässt. Dasselbe gilt bei der Hilfe für Abtreibung: Das sind beides falsche Wege, die nichts mit Mitleid zu tun haben. Auch wer Kinderkriegen im Labor als wissenschaftliche Errungenschaft sieht, ist auf dem falschen Weg, weil er davon ausgeht, dass Kinderhaben ein Recht sei – anstatt Kinder als ein Geschenk anzunehmen.“…

…„Wir erleben eine Zeit, in der sehr viel Leid verursacht wird; wir konzentrieren uns darauf, Kinder zu besitzen statt sie aufzunehmen. Wir spielen regelrecht mit dem Leben. Aber eigentlich sollten wir vorsichtig sein, weil es eine Sünde gegen den Schöpfergott ist, der alles erschaffen hat.“…
…„Viele Male in meinem Leben habe ich die Kritik an der Kirche gehört, sie setze sich gegen Abtreibung ein. Meine Antwort dazu lautete stets: Nein, das ist kein religiöses oder philosophisches Problem, sondern eine wissenschaftliche Tatsache. Dort, wo es ein menschliches Leben gibt, ist es falsch, es zu töten, um ein menschliches Problem zu lösen. Das hat nichts mit Fortschritt zu tun: Töten bedeutet heute noch dasselbe wie in der Antike.“…

Heiliger Vater Papst Franziskus am 15. November 2014 bei einer Audienz mit Ärzten

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Wir wissen: das Leben ist heilig und unantastbar. Jedes zivile Recht fußt auf der Anerkennung des ersten und fundamentalen Rechts, des Rechts auf Leben, das keiner Bedingung unterworfen ist, weder qualitativer noch ökonomischer und erst recht nicht ideologischer Art.

„Ebenso wie das Gebot `Du sollst nicht töten` eine deutliche Grenze setzt, um den Wert des menschlichen Lebens zu sichern, müssen wir heute ein Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen sagen. Diese Wirtschaft tötet. … Der Mensch an sich wird wie ein Kosumgut betrachtet, das man gebrauchen und dann wegwerfen kann. Wir haben die Wegwerfkultur eingeführt, die sogar gefördert wird“ (Evangelii Gaudium, Art. 53). Und so wird auch das Leben weggeworfen.

Eine der schlimmsten Gefahren, denen diese Zeit ausgesetzt ist, ist die Trennung zwischen Wirtschaft und Moral, zwischen den vone inem Markt, der über jede technologische Neuheit verfügt, angebotenen Möglichkeiten und den elementaren ethischen Normen der menschlichen Natur, die immer mehr vernachlässigt wird. Es ist daher notwendig, jedem direkten Angriff auf das Leben – vor allem das unschuldige und wehrlose Leben – den entschlossensten Widerstand entgegenzusetzen, und das Ungeborene im mütterlichen Leib ist die Unschuld schlechthin.

Rufen wir uns die Worte des Zweiten Vatikanischen Konzils in Erinnerung: „Das Leben ist daher von der Empfängnis an mit höchster Sorgfalt zu schützen. Abtreibung und Tötung des Kindes sind verabscheuenswürdige Verbrechen“ (Gaudium et spes, Art. 51).

Ich erinnere mich an eine Konferenz mit Ärzten, bei der ich vor langer Zeit war. nach der Konferenz habe ich die Ärzte begrüßt – das ist jetzt sehr lange her. Ich habe also die Ärzte begrüßt, mit ihnen gesprochen, und einer von ihnen nahm mich an die Seite. Er hatte ein Paket und sagte zu mir: „Pater, ich möchte Ihnen das hier geben. Das sind die Instrumente, die ich benutzt habe, um Abtreibungen vorzunehmen. Ich bin dem Herrn begegnet, habe bereut, und jetzt kämpfe ich für das Leben.“ Er hat mir die Instrumente gegeben. Betet für diesen rechtschaffenen Mann!

Wer Christ ist, der hat immer die Aufgabe, dieses dem Evangelium entsprechende Zeugnis abzulegen: das Leben voller Mut und Liebe in allen seinen Phasen schützen. Ich ermutige Euch, das immer mit Ausdruck der Nähe, der Verbundenheit zu tun: dass jede Frau sich als Person gesehen fühlen möge, der man zuhört, die man annimmt, die man begleitet.

Wir haben von den Kindern gesprochen, hier sind heute viele! Doch ich möchte auch über die Großeltern sprechen, die andere Seite des Lebens! Denn wir müssen uns auch um die Großeltern kümmern, weil die Kinder und die Großeltern, die Hoffnung eines Volkes darstellen. Die Kinder, die jungen Menschen, weil sie es voranbringen, sie werden dieses Volk voranbringen; und die Großeltern sind, weil sie über die Weisheit der Geschichte verfügen, das Gedächtnis eines Volkes. Das Leben in einer Zeit schützen, in der Kinder und Großeltern in die Wegwerfkultur hineinkommen. Sie werden as Material betrachtet, das man wegwerfen kann. Nein! Die Kinder und die Großeltern sind die Hoffnung eines Volkes!

(Ansprache an italienische Pro-Life Gruppen am 11.04.2014, übersetzt von Claudia Reinnüller in die Tagespost v. 19.04.14)


bene-01Papst Benedikt XVI. hat Abtreibung erneut scharf verurteilt und die Ärzte zum Schutz des Lebens gemahnt. Ein Schwangerschaftsabbruch könne keine Lösung für familiäre, wirtschaftliche oder soziale Probleme sein, betonte der Papst vor den Mitgliedern der Päpstlichen Akademie für das Leben. Abtreibung löse nichts, sondern töte ein Kind, zerstöre die Frau, trübe das Gewissen des Vaters und ruiniere oft das Familienleben, betonte der Papst.

In einer Gesellschaft, in der das Bewusstsein für die moralische Schwere einer Abtreibung und anderer Angriffe auf das Leben schwinde, müssten insbesondere die Ärzte für den Lebensschutz eintreten. Zugleich forderte der Papst Hilfe und Unterstützung für Frauen, die eine Abtreibung vorgenommen hätten und ein moralisches’ und existenzielles Drama erlebten.

Weiter sprach sich Papst Benedikt XVI. vor den Mitgliedern der Päpstlichen Akademie für eine verstärkte Stammzellenforschung mit Nabelschnur und Nabelschnurblut aus. Die Kirche befürworte ethisch zulässige Forschungen und ermuntere zu diesen Forschungsarbeiten, die freilich von der Großzügigkeit von Spendern abhingen.

(Quelle: L’Osservatore Romano 41Jg. Nr.9 – 4.März 2011)


Einen besonderen Gedanken möchte ich euch, den Frauen, vorbehalten, die sich für eine Abtreibung entschieden haben. Die Kirche weiß, wie viele Bedingtheiten auf eure Entscheidung Einfluß genommen haben können, und sie bezweifelt nicht, daß es sich in vielen Fällen um eine leidvolle, vielleicht dramatische Entscheidung gehandelt hat.Papst Johannes Paul II. gestorben Die Wunde in eurem Herzen ist wahrscheinlich noch nicht vernarbt. Was geschehen ist, war und bleibt in der Tat zutiefst unrecht. Laßt euch jedoch nicht von Mutlosigkeit ergreifen und gebt die Hoffnung nicht auf. Sucht vielmehr das Geschehene zu verstehen und interpretiert es in seiner Wahrheit. Falls ihr es noch nicht getan habt, öffnet euch voll Demut und Vertrauen der Reue: der Vater allen Erbarmens wartet auf euch, um euch im Sakrament der Versöhnung seine Vergebung und seinen Frieden anzubieten. Euer Kind aber könnt ihr diesem Vater und seiner Barmherzigkeit mit Hoffnung anvertrauen. Mit Hilfe des Rates und der Nähe befreundeter und zuständiger Menschen werdet ihr mit eurem erlittenen Zeugnis unter den beredtesten Verfechterinnen des Rechtes aller auf Leben sein können. Durch euren Einsatz für das Leben, der eventuell von der Geburt neuer Geschöpfe gekrönt und mit der Aufnahme und Aufmerksamkeit gegenüber dem ausgeübt wird, der der Nähe am meisten bedarf, werdet ihr eine neue Betrachtungsweise des menschlichen Lebens schaffen.

(Hl. Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium Vitae, Art. 99)

Er richtete am 29. Dezember 1997 folgende Botschaft an die Bischöfe der Vereinigten Staaten:  “Da Ihr und Eure bischöflichen Brüder und eine große Zahl Gläubiger aus ganz Nordamerika im Heiligtum der Unbefleckten Empfängnis versammelt seid, um für ein Ende der Tragödie der Abtreibung zu beten, versichere ich Euch meiner geistigen Nähe und meiner Teilnahme an Eurer Sorge wegen des andauernden Holocausts der unschuldigen Menschenleben. Der 25. Jahrestag der Entscheidung, welche die Abtreibung auf Verlangen in den USA legalisierte, ist ein Aufruf an die Völker guten Willens, ernsthaft darüber nachzudenken, was für verheerende Folgen dieser Schritt hatte. Nun in dieser Zeit der Entschlossenheit zum Aufbau einer Kultur absoluter Hochachtung gegenüber dem Leben von seiner Empfängnis bis zum natürlichen Tod.“


mother_teresa2-235x300In Afrika, Asien… sterben Kinder an Unterernährung, bei uns durch den Willen der eigenen Mutter!

Die Frau ist das zweite Opfer der Abtreibung!

Kinder sind Gottes schönstes Geschenk. Jedes Kind hat das Recht, auf die Welt zu kommen, ob es erwünscht ist oder nicht!

Wir fürchten uns vor einer Krankheit namens Aids, aber wir fürchten uns nicht davor auf grausame Weise ein unschuldiges Kind zu töten. Der größte Feind des Weltfriedens ist die Abtreibung!

(Aussagen der sel. Mutter Teresa von Kalkutta)

aus dem Film: „Das Testament der Mutter Teresa“


lainfo.es-6439-pppablovi080813 Gemäß diesen fundamentalen Grundsätzen menschlicher und christlicher Eheauffassung müssen Wir noch einmal öffentlich erklären: Der direkte Abbruch einer begonnenen Zeugung, vor allem die direkte Abtreibung – auch wenn  zu Heilszwecken vorgenommen -, sind kein rechtmäßiger Weg, die Zahl der Kinder zu beschränken, und daher absolut zu verwerfen.

 (sel. Papst Paul VI., Enzyklika Humanae Vitae, Art. 14)

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Pater Monsignore Philip Reilly gründete am Rosenkranzfest 1989 die “Helpers of God’s Precious Infants”, deren Ziel es ist, Frauen, die zu einer Abtreibungsklinik kommen, Hilfe anzubieten und vor den Kliniken für die Bekehrung der Herzen zu beten.

Diese Gebetsvigilen finden zwischenzeitlich in der ganzen Welt statt. Mehr als 200 Bischöfe und 10 Kardinäle haben schon teilgenommen. Seit 1990 konnten dadurch über 25.000 Kinder vor dem Abtreibungstod gerettet werden.

Aus einer Predigt von Mons. Philip Reilly, Brooklyn/USA:

„Es gibt mehr Evangelisiation vor Abtreibungskliniken als an irgendeinem anderen Ort! Es mag euch jemand fragen: was habt ihr heute gemacht? Was hast du heute vollbracht? Sagt ihnen: Ihr seid mit dem guten Hirten gegangen auf dem Weg des Kreuzes und ihr seid zu einem Ort gegangen der Golgotha heißt. Und es ist nicht allzu weit weg von den Orten, wo die Leute heute wohnen. Ihr seid zu einem Ort gegangen, an dem unschuldiges Blut vergossen wird…Und ihr seid in der Art und Weise gegangen wie Johannes und Maria, die unter dem Kreuz standen, indem ihr euch selbst mit Christus aufgeopfert habt, für die Vergebung der Sünden dieser Welt. Pro Life zu sein heißt es letzten Endes, ein Opfer mit Christus zu sein. Bevor ein Kind körperlich abgetrieben wird, wird es spirituell abgetrieben. Und um dieses Töten zu stoppen, bedarf es einer Bekehrung des Herzens. Diese Bekehrung muß stattfinden beim Vater, bei der Mutter, bei der Familie, bei der Gesellschaft.“

Predigten von Mons. Reilly


Bodo WindolfPfarrer Bodo Windolf, St. Severin Garching b. München
Schweigespirale um das Thema Abtreibung
(Impuls in Radio Horeb vom 18.5.2011)

In der vergangenen Woche war die alljährlich stattfindende „Woche für das Leben“, und es wäre interessant, einmal zu erfahren, wer in unserem Land eigentlich irgendeine Notiz davon genommen hat. Zu dieser von der Deutschen Bischofskonferenz, dem Zentralkommitee der deutschen Katholiken und der EKD verantworteten Veranstaltung fällt mir inzwischen kaum etwas anderes ein als der berühmte Satz von Carl Sandburg: „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin“. Angewandt auf die einmal als Lebensschutzwoche gedachte Initiative: „Stell dir vor, es ist ‚Woche für das Leben’, und es interessiert buchstäblich niemanden.“

Natürlich ist es inzwischen wohlfeil geworden, unsere Bischöfe für alles Mögliche zu kritisieren. Aber in diesem Punkt möchte ich meine normalerweise geübte Zurückhaltung aufgeben und mir die Bemerkung erlauben: Die deutsche Bischofskonferenz macht sich, besonders seit die EKD mit ins Boot genommen wurde, mitschuldig an der Schweigespirale in Bezug auf eine der furchtbarsten Wunden unserer Gesellschaft. Wer das Problem „Abtreibung“ benennt, in die Öffentlichkeit trägt und immer wieder zum Thema macht, eckt an, keine Frage. Wer aber eine speziell zugunsten des Lebensschutzes ins Leben gerufene Initiative mit Themen befrachtet, die allein dem Bedürfnis geschuldet scheinen, alles Anecken zu vermeiden und dem Wohlfühl- und Harmoniebedürfnis der Deutschen Rechnung zu tragen, begeht Verrat: Verrat am Evangelium, das immer gerade auch den Schwächsten einer Gesellschaft eine Stimme gibt; Verrat damit an Jesus Christus, der für eine „Kultur des Lebens“ entgegen einer „Kultur des Todes“ steht, wie der gerade seliggesprochene Papst Johannes Paul es nicht müde wurde zu formulieren; Verrat an den ungeborenen Kindern, die überhaupt keine eigene Stimme haben und deren bisherige Anwälte in der Kirche mehr und mehr verstummen.

„Warum habt ihr geschwiegen?“, hat die 68-Generation die eigenen Eltern und Großeltern in Bezug auf Hitlerdeutschland und den Holocaust gefragt. Dieselbe Frage muss man mit größerem Recht – weil heute niemand dafür sein Leben riskiert – an die Adresse weiter Teile unserer Gesellschaft richten, leider einschließlich der deutschen Kirche sowie des weitaus größten Teils ihrer Amtsträger: Warum schweigt ihr angesichts eines Krieges, der seit Jahrzehnten in unserem Land und in vielen weiteren Ländern der Erde gegen den eigenen Nachwuchs geführt wird? Die Zahl der Toten dieses „Krieges“ übersteigt mit etwa 6-8 Millionen getöteter Kinder seit der Reform des § 218 Mitte der siebziger Jahre inzwischen deutlich die Zahl der Kriegstoten Deutschlands im II. Weltkrieg. Wer schweigt, macht sich mitschuldig – das ist mein Vorwurf an eine inzwischen vollkommen belanglos gewordene „Pseudo-Woche für das Leben“.

Wenn wir als Kirche über Abtreibung sprechen, müssten m.E. mehrere Seiten des Problems im Blick sein. Als erstes müsste wieder und immer wieder die perfide Menschenverachtung derer benannt werden, die Abtreibung als unproblematische Problemlösung eines ungewollten Kindes propagieren; d.h. die Abtreibung herunterspielen zu einer Operation wie Zahnziehen. Die Menschenverachtung betrifft nicht nur das Kind, demgegenüber der Abtreibungsbefürworter wie ein Herrenmensch auftritt, indem er über dem einen Kind den Daumen senkt, über dem anderen den Daumen gnädigst hebt. Vielmehr sind Opfer der Menschen-, ja Frauenverachtung auch und gerade die Mütter. Selbst für die, die eine Abtreibung für unproblematisch halten, weil sie nie über deren Folgen aufgeklärt wurden, gilt: die Seele vergisst die Gewalt gegen das eigene Kind nie. Die Unzahl von körperlichen und vor allem seelischen Folgen, werden zusammengefasst im Begriff des Post Abortion Syndroms (PAS). Dazu gehört unbegründetes Weinen, Angstzustände, Depressionen bis hin zu Suizidgedanken und Suizidversuchen, Scham-, Schuld-, Reuegefühle, Gefühle des Beschmutztseins, Verlust des Selbstwertgefühls, Absterben des Gefühlslebens, Hass- und Ekelgefühle gegenüber der Sexualität, Hass gegen Kindsvater – oft zum errechneten Geburtstermin, Jahrestag der Abtreibung, bei Ehekrisen, ganz massiv im Klimakterium, oder auf dem Sterbebett.
All das und vieles mehr müssen in der Regel nicht Männer oder Familienangehörige tragen, die nur zu oft zum Abbruch der Schwangerschaft drängen, sondern einmal mehr die Frauen selbst; und damit die, die sicher nicht immer, aber oft die Unschuldigsten bei einer Abtreibung sind. Man kann sicher sein, dass eine hohe Anzahl von schwersten seelischen Problemen in unserem Land, nebenbei bemerkt nicht nur bei Frauen, sondern immer häufiger auch bei Männer, mit einer manchmal schon lang zurückliegenden Abtreibung in Zusammenhang stehen, ohne dass dies bewusst ist.

Als zweites ist von seiten der Kirche den betroffenen Menschen – die, wie gesagt, neben den Kindern oft die zweiten Opfer einer Abtreibung sind – nicht im Ton der Anklage zu begegnen, sondern mit Mitgefühl und Barmherzigkeit. Es wird sträflich wenig auf unseren Kanzeln darüber gesprochen, welche Möglichkeiten der Heilung es von kirchlicher Seite gibt. Natürlich mag oft eine Therapie notwendig und hilfreich sein. Aber in nicht wenigen Fällen wird schon eine Beichte sehr heilsam sein, vielleicht, wie ich selber es schon des öfteren praktiziert habe, in Verbindung mit einer sog. „Feier der Verabschiedung“. Die Mutter gibt dem Kind einen Doppelnamen, und zwar einen Mädchen- und einen Bubennamen, da das Geschlecht ja nicht bekannt ist. In einem Gebet wendet sich die Mutter an das Kind, bittet nach der Beichte auch dieses um Verzeihung, und lässt es los, indem sie es in einem weiteren Gebet ganz in die Hände dessen zurücklegt, von dem sie es eigentlich erhalten hatte, nämlich in die Hände Gottes. Es ist eine sehr schlichte, aber tiefgehende Feier. Erst kürzlich erzählte mir eine betroffene Frau, dass sie seitdem nicht mehr das Bedürfnis verspürt, die Kirche zu verlassen, sobald das Thema Abtreibung angesprochen wird.

Als drittes müsste m.E. die Kirche verstärkt auch eine weitere Gruppe in den Blick nehmen. Zu denen, die in das Abtreibungsgeschehen eingebunden sind, von denen aber so gut wie kaum die Rede ist, gehören auch die Ärzte. Hier das, wie ich finde, erschütternde Zeugnis eines von ihnen:
Morgen ist der Stichtag, an dem ich mir im Laufe der letzten Jahre vornahm, die Entscheidung zu treffen: Mache ich weiter als Abtreibungsarzt für pro familia oder nicht? Morgen. Nicht vorher. Nicht nachher. Morgen entscheide ich mich. Endlich! Seit zweieinhalb Stunden brüte ich: Wie schreibt man etwas auf, das man getan hat? Noch tut? Wenn man das, was man tut, mittlerweile hasst? Noch dazu mit der Überzeugung lebt, dass es eigentlich egal ist, ob ich es tue. Denn wenn ich es nicht tue, tun es andere. Dann kann ich es doch auch tun?! … Mein bester Freund, der hat sich damals nicht beworben, um Abtreibungen zu machen, der hat damals schon gesagt, dass er so etwas nie machen würde, ihm reicht, was während der Ausbildung verlangt wurde, da war er nahe daran, alles hinzuschmeißen, er hat gekotzt und geheult nach seiner ersten Ausschabung und am ganzen Körper gezittert. Ich nicht. … Es kann auch sein, dass mir das Töten der Kinder Spaß machte. Es war auch irgendwie faszinierend, Herr über Leben und Tod zu sein. Es ist ja, wenn ich so darüber nachdenke, die denkbar größte Macht, die ich haben kann. … Ich sah immer zu, dass alles sauber ablief, damit keine Unruhe aufkommt. Ich schaute kurz auf das Blatt, damit ich sehen konnte, wie viele Abtreibungen heute dran sind. Dann ging ich nach nebenan, um mit den Frauen zu sprechen, wie es abläuft. Ich arbeitete nach der Devise: Ich bin nur derjenige, der ausführt, was andere zu verantworten haben. … Ich mochte sie nicht, alle diese ‚ungewollt Schwangeren’, aber eigentlich ist das zu viel gesagt. Sie waren mir gleichgültig. Sie kommen wie die Schlachttiere und so gehen sie auch wieder. … Was ich mir wünsche? Vielleicht sollte ich mir wünschen, dass der tägliche Alptraum nicht mehr wiederkommt. Wie ich in den Keller steige und weiß, was mich erwartet, wenn ich um die Ecke gehe und das Stöhnen der getöteten Kinder höre. … Nun also, dann entscheide ich mich endlich: Ich werde keine einzige Abtreibung mehr machen. Sieben Jahre habe ich dazu gebraucht.“

Schließen möchte ich mit zwei Zitaten. Das eine stammt vom James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan, der selber 5 Kinder hat. Als Rat an die Väter sagte er einmal: „Du musst das Leben im Mutterleib pflegen. Du musst den Kindern im Mutterleib vorsingen und mit ihnen reden. Sie sind Geschenke Gottes.“

Zuletzt Mutter Teresa:
Das Leben ist SCHÖNHEIT, bewundere sie.
Das Leben ist SELIGKEIT, genieße sie.
Das Leben ist ein TRAUM, mache eine Wirklichkeit daraus.
Das Leben ist eine HERAUSFORDERUNG, stelle Dich ihr.
Das Leben ist eine PFLICHT, erfülle sie.
Das Leben ist ein SPIEL, spiele es.
Das Leben ist KOSTBAR, geh sorgfältig damit um.
Das Leben ist REICHTUM, bewahre ihn.
Das Leben ist LIEBE, erfreue Dich an ihr.
Das Leben ist ein RÄTSEL, durchdringe es.
Das Leben ist VERSPRECHEN, erfülle es.
Das Leben ist TRAURIGKEIT, überwinde sie.
Das Leben ist eine HYMNE, singe sie.
Das Leben ist KAMPF, akzeptiere ihn.
Das Leben ist TRAGÖDIE, ringe mit ihr.
Das Leben ist ABENTEUER, wage es.
Das Leben ist GLÜCK, verdiene es.
Das Leben ist LEBEN verteidige es.