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…sie war nicht gekommen. Dank sei Gott, ihre Tochter lebt!

Im November 2008 stand ich mit einem jungen Mediziner als Berater vor der Stapf Abtreibungsklinik. Wir berieten und beteten gerade einmal fünf Minuten, als ein Mercedes in der Klinikeinfahrt anhielt und wir zu unserem Erstaunen dem sehr erbosten Abtreibungs“arzt“ gegenüber standen, der uns vehement beschimpfte, mehrere Photos von uns beiden machte und dann wegfuhr.

7. Woche

7 Wochen altes Baby

Kurz darauf erspähte ich drei Jugendliche, zwei Frauen und einen Mann, auf die Klinik zusteuern, ging ihnen entgegen und sprach sie an. Es stellte sich heraus, dass die betroffene Mutter 16 Jahre alt und in der siebten Woche schwanger war. Der Jugendliche war ihr Freund und die zweite junge Frau die Freundin der Schwangeren. Ich wies auf die Folgen einer Abtreibung hin und zeigte in einem Faltblatt die Bilder eines ungeborenen, zerstückelten Babys nach einer Abtreibung. Alle drei waren tief betroffen und ich konnte ihnen noch vor ihrem Beratungstermin in der Klinik das Lebenszentrum der ´Helfer für Gottes kostbare Kinder` zeigen, wo ich ihnen anbot, sich den Film “Der stumme Schrei“ von Dr. Nathanson anzusehen.

Nachdem sie kurz zur “Beratung“ in der Klinik gegangen waren, durfte ich alle drei erneut ins Lebenszentrum begleiten, wo sie sich den Film ansahen. Die, nach den aufgezeigten Bildern im Faltblatt und auf dem Bildschirm bestürzte Freundin der jungen Mutter half mir beim Versuch, den aufgrund eines Hüftschadens berufsunfähigen Kindsvater und seine Freundin zur Annahme ihres Kindes zu bewegen, was aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschafft sein sollte. Als ich nämlich Tage später bei der 16jährigen zuhause anrief, teilte mir ihre Mutter mit, dass ihre Tochter am kommenden Donnerstag einen Abtreibungstermin hätte, sie selbst – die Mutter der Schwangeren – aber ebenfalls sehr um das Leben des Enkelkindes kämpfen würde.

Ich hinterließ meine Telefonnummer, damit mich ihre Tochter anrufen konnte. Am nächsten Tag wurde ich von einer inneren Unruhe ergriffen und beschloss zu der jungen Schwangeren zu fahren, um nochmals mit ihr in Ruhe zu sprechen. Ich traf sie in einem Cafe in ihrer Heimatstadt. Ihre Begleiterin war wieder dabei und unterstützte mich erneut bei meinen Überredungsversuchen, obwohl sie selbst bis vor einer Woche noch genauso über Abtreibung dachte wie ihre schwangere Freundin. Nach dem Gespräch, als ich merkte, dass die Betroffene immer noch unschlüssig war, verabschiedete ich mich mit den Worten: “Auf Wiedersehen, aber bitte nicht am Donnerstag!“, denn an diesem Tag würde ich wieder vor der Klinik im Einsatz stehen.

Am Abend desgleichen Tages rief noch eine Münchner Beraterkollegin bei der jungen Mutter an, um ihr – als persönlich Betroffene – die Folgen dieses schweren Eingriffes aufzuzeigen.

Am besagten Donnerstag beschloss ich schon früher zur Abtreibungsstätte zu fahren, sollte sie tatsächlich dort erscheinen. Aufgrund starken Verkehrsaufkommens schaffte ich es jedoch nicht mehr rechtzeitig am Morgen zum Abtreibungstermin und so fragte ich die Beraterin vor Ort, ob sie in der letzten halbe Stunde eine junge Blondine in Begleitung das Gebäude hätte betreten sehen. Sie antwortete es wären insgesamt drei Mädchen mit Begleitungen in die Klinik gegangen, auch eine junge Blondine befände sich unter ihnen. Ich war sehr betrübt und stand kurz darauf selbst wieder als Berater vor Ort, aufgeregt auf “meinen Fall“ wartend.

Es kamen zwar junge Frauen heraus, aber die Betreffende war nicht unter ihnen. Als dann nach etwa drei Stunden eine andere junge Blondine in Begleitung die Abtreibungsklinik verließ, hatte ich endlich Gewissheit: sie war nicht gekommen. Dank sei Gott, ihre Tochter lebt! (Christian)