Die Spirale

Nachfolgend Auszüge aus der Magisterarbeit „Die katholische Kirche als Hüterin des ungeborenen Lebens und einer menschenwürdigen Begegnung der Geschlechter“ von Christian M. Gerl(M.A.)

Ebenfalls zu den frühabtreibenden Kontrazeptionsmitteln muss die Spirale gezählt werden.

SpiAufgrund ihrer nicht unerheblichen Nebenwirkungen findet diese jedoch verhältnismäßig wenig Akzeptanz. Die abtreibende Wirkung von Plastik-, Kupfer-, oder Hormonspiralen, die in die Gebärmutterhöhle eingesetzt werden, beruht im Wesentlichen auf einer Nidationshemmung durch eine ununterbrochene Reizung der empfindlichen Gebärmutterschleimhaut, da der in der Uterushöhle vorhandene Fremdkörper für eine ungünstige Umgebung durch die dadurch entstehende “intrauterine Flüssigkeit“ sorgt. Dies kann Einfluss auf die Samenzellen haben und trägt mit Sicherheit zu einer Komplikation der späteren Implantation bei.38

Die Hauptwirkung besteht bei der Spirale in der Verhinderung dieser Implantation. Die Tatsache, dass die in der Fachsprache ´Intrauterin-Pessare`(IUP) genannte Spirale als “empfängnisverhütendes“ und nicht als abtreibendes Mittel bezeichnet wird, geht auf eine verfälschte Wortbedeutung zurück, welche durch die ´Food and Drug Administration` und des ´American College of Obstetrics and Gynecology` veranlasst worden war, „indem man das Wort >Empfängnis< so umdefinierte, dass es nicht wie bisher den Zeitpunkt der Befruchtung meint, sondern den der Implantation.“39 Damit sollte erreicht werden, dass “schwanger werden und Empfängnis“ nicht mit Befruchtung gleichgesetzt wird und damit glaubhaft gemacht werden soll, dass eine Empfängnis zwar verhindert, aber auf keinen Fall eine Schwangerschaft zerstört wird.40 „Dennoch bedeutet die Anwendung…, dass die Frau und der durchführende Arzt das Absterben einer nicht bekannten, sicher großen Zahl gezeugter Individuen in Kauf nimmt.“41

Neben den oben angeführten Fachgesellschaften der Frauenheilkunde in den USA, sprechen auch Großbritannien, Frankreich und die Bundesrepublik vom Beginn einer Schwangerschaft erst ab dem 14. Tag nach der Befruchtung – also nach der Implantation/Nidation – und damit wesentlich später als der eigentliche Entstehungsbeginn menschlichen Lebens zum Zeitpunkt der Befruchtung. Es ist abwegig, die ersten Tage der Entwicklung unter zu bewerten, indem man behauptet, „diese Kinderchen seien noch kein Mensch“.42 Wäre diese Begriffsmanipulation nicht erfolgt, hätte man “Pille“ und Spirale „als frühes Abortivum bezeichnen können, weil beide die Gebärmutterschleimhaut in einer Form verändern, die eine Implantation verhindern.“43

 
Die Begriffe Empfängnisverhütung bzw. Kontrazeption oder auch Antikonzeption sorgten aufgrund ihrer unterschiedlichen Sinngehalte für große Verwirrungen und richteten damit größtes Unheil aus, denn das Resultat ändert sich in keinem Fall, nämlich die Vernichtung keimenden, menschlichen Lebens. 

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38  Vgl., J.C.Wilke, Sterilisierende und abtreibende Wirkung verbreiteter Antikonzeptionsmittel, in:    J. Bökmann(Hrsg.), Befreiung vom objektiv Guten?,  Vallendar 1982, S. 212. 

39  Ebd., S. 214. 40  Ebd. 41  E. Leicht, Der weibliche Zyklus und die Wirkungsmechanismen von Kontrazeptiva, in: R. Süßmuth(Hrsg.), Empfängnisverhütung, Holzgerlingen 2000, S.  36.

40  Ebd.

41  E. Leicht, Der weibliche Zyklus und die Wirkungsmechanismen von Kontrazeptiva, in: R. Süßmuth(Hrsg.), Empfängnisverhütung, Holzgerlingen 2000, S.  36.

42  Vgl., H. Berger, Nebenwirkungen der künstlichen Schwangerschaftsverhütung auf das Kind, in: R. Süßmuth(Hrsg.), Empfängnisverhütung, Holzgerlingen 2000, S. 43-44.

43  Entstehung des Lebens, Studium generale Wintersemester 1979/80, Verlag Aschendorff Münster,  Schriftenreihe der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster