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Rettung in letzter Sekunde – Samira lebt!

An der Tür des Lebenszentrum klingelte es. Eine kleine, bedrückt wirkende Frau stellte sich mit leiser Stimme vor. Sie war vor ein paar Monaten vor der Stapf – Klinik angesprochen worden.

Damals hatte man ihr die Hilfe angeboten, deshalb sei sie nun hier. Zwischenzeitlich scheint das Lebenszetrum in München ein kleiner Zufluchtsort für sie zu sein, denn sie trägt schwer. Nicht nur ihre aktuelle Lage hier in Deutschland, sondern auch die Familiensituation in Afghanistan belastet sie sehr. Die Eltern sind sehr arm und trauern um ihren kürzlich verstorbenen Sohn, der durch ein Unglück von amerikanischen Soldaten angeschossen wurde und an den Folgen starb. Lesen Sie nun den dramatischen Bericht, in dem sie unsere Gehsteigberater „Lebensretter“ nennt!

Ich befand mich allein auf dem Weg zur Stapf-Klinik, war in der 9. Woche schwanger und hatte einen Abtreibungstermin. Ich sah Lebenstretter vor der Hofeinfahrt stehen. Es waren Christian als Berater und Eva als Beterin, wie ich nachher erfuhr. „Schau, das ist doch schon ein Kind! Es ist schon so groß!“ – Christian zeigte mir ein Bild von einem Embryo. „Wenn Du da hinein gehst… Mama, dort bringen sie Dein Kind um!“

Diese Worte berührten mich so sehr, dass mir die Tränen kamen. In meiner Verzweiflung ging ich aber trotzdem hinein, weil ich nicht wusste, was ich sonst machen sollte. In der Klinik machte man einen Ultraschall und setzte mir für die Anästhesie eine Nadel in die Ellenbeuge. Ich fing an zu weinen, und die Narkoseärztin fragte mich, was denn los sei. Ich sagte: „Mein Mann will das Kind nicht. Wir haben schon drei, und alles ist so kompliziert! Wir kommen aus Afghanistan!“ – Mein Kopf sagt mir: ein 4. Kind… das schaffe ich nicht. Aber vom Bauch… als Mutter… habe ich das Gefühl: Ich bring`s nicht über`s Herz. Was soll ich denn nur tun? Ich war so verzweifelt… und hoffte innerlich auf ein Zeichen von oben, auf ein Zeichen von Gott. Daraufhin wurde mein Weinen so stark, dass die Ärtzin keine Narkose machen wollte und sagte, dass ich es mir noch mal überlegen sollte und nächste Woche wieder kommen könnte. Ich war verwirrt und dachte: Was habe ich denn jetzt gemacht? Einerseits war ich froh, andererseits aber traurig, weil ich nicht wusste, wie es weitergehen sollte.

Vor der Klinik traf ich Christian wieder. Er fragte mich mitfühlend und besorgt: „Und? Hast du es gemacht?“ Ich sagte: „Nein, ich habe es nicht geschafft!“ Daraufhin war er so froh und glücklich, dass ich staunend dachte: Was ist denn mit dem los? Er lud mich ins Lebenszentrum ein, wo ich auch Eva wieder traf, die zuvor als Beterin draußen gestanden war.

Christian erzählte ihr sofort, dass ich das Kind behalten hätte. Eva war so froh, dass sie mich spontan in die Arme nahm. Freudig erzählte sie mir, dass sie die ganze Zeit im Lebenszentrum für mich gebetet hatte, während ich in der Klinik gewesen war.

Dadurch, dass die beiden sich so sehr freuten, bekam ich Mut und Vertrauen. Jetzt wusste ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Lachend zeigte ich den beiden das Pflaster auf dem Arm, wo noch kurz zuvor die Nadel gesteckt hatte!

Christian teilte mir mit, dass das Team vom Lebenszentrum sowohl finanziell als auch in Wohnungsnot sowie während der Schwangerschaft und auch danach immer an meiner Seite stehen würde.

Plötzlich rief mein Mann an: „Na, hast du alles hinter dir?“ Ich sagte, dass sie es nicht machen konnten, weil der Blutdruck zu niedrig war. Das war eine Ausrede, aber ich wusste, dass er wütend geworden wäre, wenn ich die Wahrheit gesagt hätte. Zu Hause hat er mich dann gedrängt, erneut in die Klinik zu gehen, aber ich war wie durch ein Wunder inzwischen so gefestigt, dass ich mir sagte: Dort gehe ich nie mehr in meinem Leben hin!

Die Schwangerschaft war für mich sehr anstrengend, weil wir oft Streit hatten. Wenn das Kind in meinem Schoß unruhig wurde, strich ich zärtlich über den Bauch und sagte: „Ich hab dich lieb!“ Auf diese Weise blieb ich trotz aller Schwierigkeiten stark.

SamiraInzwischen ist meine Tochter Samira per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Sie ist gesund und ich bin glücklich und froh, dass sie da ist. Auch ihre Geschwister lieben sie heiß und innig. Als Samira 55 Tage alt war, trug ihr Schwester sie auf dem Arm und ist dabei leider hingefallen. Samira kam für 2 Tage zur Beobachtung ins Krankenhaus. Wir waren alle traurig und vermissten sie sehr. Und ich glaube, sogar mein Mann hat sie vermisst. Ich denke, er hat nun begriffen, wie wertvoll dieses Kind ist.

Ich bin sehr froh über die Begegnung mit Eva, Christian und den Mitarbeitern des Lebenszentrums, besonders über Rita, die mich jetzt liebevoll begleitet. Und sehr, sehr dankbar bin ich auch jenen, die mir durch ihr Gebet und ihre Spenden soviel geholfen haben.