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Neuevangelisierung

Mutter des Lebens

Jungfrau von Guadalupe, Mexiko

 

 

„Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen…Da geriet der Drache in Zorn über die Frau und er ging fort, um Krieg zu führen mit ihren übrigen Nachkommen, die den Geboten Gottes gehorchen und an dem Zeugnis für Jesus festhalten…“ (Off 12,1-2.17)

 

Warum wird MARIA bei der Neuevangelisierung für uns „groß geschrieben“?

Unser ganzes Apostolat ist IHR geweiht, da mit ihrem Erscheinen in Guadalupe eine neue Epoche der Weltereignisse begann. Unzählige Male erschien sie seither an allen Ecken der Welt und ruft unermüdlich zur Umkehr, Buße und Gebet auf. Mit vielen Wundern sind diese Erscheinungen verbunden – das größte Wunder jedoch ist die Bekehrung nicht nur von Millionen von Indios in Mexiko aufgrund des Gnadenbildes der Sonnenumkleideten, sondern auch die vielen, vielen Gebetserhöhrungen und Bekehrungszeugnisse an Wallfahrtsstätten und anderen Marienerscheinungsorten.

Die Mutter ruft ihre Kinder unermüdlich. Sie war vor 2000 Jahren am Pfingstereignis im Abendmahlsaal dabei, wo die Apostel versammelt waren; über alle kam der Heilige Geist herab und sandte die Jünger in alle Himmelsrichtungen zur Verkündigung des Evangeliums. Aber wo blieb Maria? Wohin wurde sie gesandt? Was war ihre Aufgabe nach Pfingsten?

Man entnimmt der Heiligen Schrift nichts über Maria nach Pfingsten und doch dürfen und müssen wir davon ausgehen, dass es gerade ihre Aufgabe war die Apostel und JüngerInnen zu stärken. SIE wurde ihnen allen Mutter, und nicht nur ihnen! Sie wurde unter dem Kreuz auch UNSERE Mutter! Sie ist auch für uns da, SIE IST FÜR UNS GEKOMMEN, ZU UNS GESANDT, um uns bei der Neuevangelisierung zu stärken, anzuleiten, zu ermutigen und uns vor allen Dingen IHM, ihren Sohn, Jesus Christus, nahe zu bringen, damit wir IHN verkündigen! Die Muttergottes brachte uns im Auftrag Gottes den Rosenkranz, die Wundertätige Medaille, das Skapulier vom Berge Karmel und bittet uns diese an die Menschen weiterzugegeben, damit SIE durch diese geweihten Gegenstände und durch das Gebet alle erreichen und bei ihrem Sohn vermitteln kann. Sie ließ zur Ehre Gottes Kirchen erbauen, Quellen erschließen(z.B. in Lourdes) und weltweit ereigne(te)n sich Wunder über Wunder durch Gebetserhörungen. Sie steht uns zur Seite – SIE ist der Leitstern der Neuevangelisierung!

Nachfolgend ein Auszug aus der Magisterarbeit „Die katholische Kirche als Hüterin des ungeborenen Lebens und einer menschenwürdigen Begegnung der Geschlechter“ von Christian M. Gerl(M.A.):

«Die katholische Kirche, deren Urbild Maria, die Mutter des Herrn Jesus Christus und damit die „neue Eva“(vgl. KKK 2853), darstellt, kämpft für und mit ihren Kindern gegen ihre Kontrahenten, denn Gott stiftete nach dem Sündenfall Feindschaft zwischen der Frau und ihren Kindern und der Schlange und deren Nachwuchs(vgl. Gen 3,15). Es handelt sich hierbei immer noch um dieselbe Schlange, die bereits das erste Menschenpaar verführte, indem sie ihr -, und auch dem Menschen heute – „eine sittliche Autonomie“ suggerierte und das vernunftbegabte Geschöpf zum Ungehorsam gegenüber dem Schöpfer animierte(vgl., J. Piegsa, Ehe als Sakrament – Familie als “Hauskirche“, Band I, St. Ottilien 2001, S. 87); denn wenn er sich aufgerafft hat, „auf seinem Weg zur absoluten Autonomie das Verbot Gottes und damit die Schranken einer ihm als Geschöpf vorgegebenen Ordnung zu ignorieren, er selber Elohim sein wird, mit der allein in ihm begründeten Vollmacht, der Welt seinen Willen als Gesetz aufzuerlegen(…) Mit anderen Worten: Die Aufforderung der Schlange, vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen, ist geistesgeschichtlich gesehen, die Anleitung zu einem humanistischen Atheismus.“(vgl., J. Piegsa, Ehe als Sakrament – Familie als “Hauskirche“, Band I, St. Ottilien 2001, S. 87). Doch diese Frau wird der Schlange, die ihr nach der Ferse schnappt, schließlich den Kopf zertreten(vgl. Gen 3,15). Dieses Untier, das zuerst den ganzen Erdkreis verführt, um dann die Sünden der Menschen Tag und Nacht bei Gott anzuklagen(vgl. Offb 12,9-10), wird von den treuen Kindern der Kirche gestürzt werden, denn „sie besiegten ihn kraft des Blutes des Lammes und kraft des Wortes ihres Zeugnisses und sie hingen nicht an ihrem Leben – bis in den Tod“.(ebd. 12,11)»

 

Hören Sie dazu auch die Predigt von P. Karl Maurer LC, über Maria

und sehen Sie zur Predigt die Ausschnitte aus der „Passion Christi“:

Die Familie für das Leben möchte dem Aufruf von („Theologen-„)Papst em. Benedikt XVI. Folge leisten, welcher immer wieder zur Neuevangelisierung durch Wort und Tat aufrief:

Die Berufung der Apostel, auf deren Fundament die Kirche erbaut ist(vgl. Eph 2,20), kennzeichnet in allen vier Evangelien den Beginn des Wirkens Jesu. Der Herr richtet einen Anruf an die ersten Jünger, die ihm bereitwillig folgen. Indem sie sich auf den Weg des Glaubens begeben, gelangen sie zu einer tiefen Kenntnis der Person Jesu. Ehe sie ausgesandt werden, müssen die Jünger eine persönliche Beziehung zu Jesus finden. Die Apostel sind „Gesandte“, aber als solche vorher – um es so auszudrücken – „Experten“ Christi – Zeugen der Botschaft und des Lebens Jesu. Das Evangelium verkünden heißt daher, das zu verkünden, was sie selbst erfahren haben; es bedeutet, die Menschen einzuladen, in das Geheimnis der Gemeinschaft, ja der Freundschaft mit Jesus Christus, dem Herrn, einzutreten.
Die Sendung Christi und der Zwölf, die an ihr teilhaben, ist universal. Zunächst nimmt sie das Bundesvolk Israel in den Blick. Die Sammlung Israels durch Jesus, den verheißenen Hirten, wird zum Zeichen des Heils für alle Völker. Dies wird nach der Auferstehung Christi deutlich: Der Herr sendet die Apostel in die ganze Welt hinaus, zu allen Menschen und Völkern, und dieser Auftrag gilt bis ans Ende der Zeit…
Als Getaufte sind wir hinein genommen in die Mission unseres Herrn Jesus Christus. Wir sind seine Jünger und Gesandten in der Welt von heute. Werdet nicht müde, Zeugnis für Christus abzulegen, die Welt braucht es, und durch Wort und Tat das Evangelium zu verkünden. Dabei stärke und helfe euch der Heilige Geist.

Benedikt XVI., Das Evangelium durch Wort und Tat verkünden,
Generalaudienz am 22.03.2006 in Rom, L’ Osservatore Romano, Ausgabe 03/2006

 

In seinem Apostolischen Schreiben evangelii gaudium ruft auch der Heilige Vater („Pastoral-„)Papst Franziskus auf, den Menschen an die Peripherie zu folgen, ihnen nach zu gehen und nahe zu sein:

Die neue Evangelisierung muss ein neues Verständnis der tragenden Rolle eines jeden Getauften einschließen. Diese Überzeugung wird zu einem unmittelbaren Aufruf an jeden Christen, dass niemand von seinem Einsatz in der Evangelisierung ablasse; wenn einer nämlich wirklich die ihn rettende Liebe Gottes erfahren hat, braucht er nicht viel Vorbereitungszeit, um sich aufzumachen und sie zu verkündigen; er kann nicht darauf warten, dass ihm viele Lektionen erteilt oder lange Anweisungen gegeben werden. Jeder Christ ist in dem Maß Missionar, in dem er der Liebe Gottes in Jesus Christus begegnet ist; wir sagen nicht mehr, dass wir „Jünger“ und „Missionare“ sind, sondern immer, dass wir „missionarische Jünger“ sind. Wenn wir nicht überzeugt sind, schauen wir auf die ersten Jünger, die sich unmittelbar, nachdem sie den Blick Jesu kennen gelernt hatten, aufmachten, um ihn voll Freude zu verkünden: » Wir haben den Messias gefunden « (Joh 1,41). Kaum hatte die Samariterin ihr Gespräch mit Jesus beendet, wurde sie Missionarin, und viele Samariter kamen zum Glauben an Jesus »auf das Wort der Frau hin« (Joh 4,39). Nach seiner Begegnung mit Jesus Christus machte sich auch der heilige Paulus auf, »und sogleich verkündete er Jesus … und sagte: Er ist der Sohn Gottes. « (Apg 9,20). Und wir, worauf warten wir?(Art 120)

... Wie wünschte ich die richtigen Worte zu finden, um zu einer Etappe der Evangelisierung zu ermutigen, die mehr Eifer, Freude, Großzügigkeit, Kühnheit aufweist, die ganz von Liebe erfüllt ist und von einem Leben, das ansteckend wirkt! Aber ich weiß, dass keine Motivation ausreichen wird, wenn in den Herzen nicht das Feuer des Heiligen Geistes brennt.(Art 261)

… Wenn einer Jesu Gegenwart nicht im Herzen des missionarischen Einsatzes selbst entdeckt, verliert er schnell die Begeisterung und hört auf, dessen sicher zu sein, was er weitergibt; es fehlt ihm an Kraft und Leidenschaft. Und ein Mensch, der nicht überzeugt, begeistert, sicher, verliebt ist, überzeugt niemanden.(Art 266)

Infolgedessen können wir, wenn wir im geistlichen Leben wachsen wollen, nicht darauf verzichten, missionarisch zu sein. Die Aufgabe der Evangelisierung bereichert Herz und Sinn, eröffnet uns geistliche Horizonte, macht uns empfänglicher, um das Wirken des Heiligen Geistes zu erkennen, und führt uns aus unseren engen geistlichen Schablonen heraus. Gleichzeitig erfährt ein engagierter Missionar die Freude, eine Quelle zu sein, die überfließt und die anderen erfrischt. Missionar kann nur sein, wer sich wohl fühlt, wenn er das Wohl des anderen sucht, das Glück der anderen will. Diese Öffnung des Herzens ist ein Quell des Glücks, denn » geben ist seliger als nehmen « (Apg 20,35). Keiner hat ein besseres Leben, wenn er die anderen flieht, sich versteckt, sich weigert teilzunehmen, widersteht zu geben, sich in seine Bequemlichkeit einschließt. Dies kommt vielmehr einem langsamen Selbstmord gleich.(Art 168)

… Deswegen, wenn ich es schaffe, nur einem Menschen zu helfen, ein besseres Leben zu haben, rechtfertigt dies schon den Einsatz meines Lebens.(Art 274)

… Der Heilige Geist handelt wie er will, wann er will und wo er will; wir aber setzen uns ohne den Anspruch ein, auffällige Ergebnisse zu sehen. Wir wissen nur, dass unsere Hingabe notwendig ist.(Art 279)

 

Wenn die beiden Päpste doch unterschiedlicher Meinung sind bzgl. der Wahl des richtigen Zeitpunktes der Verkündigung – im Bezug auf die entsprechende Vorbereitungszeit -, so wird dennoch die Dringlichkeit einer neuen „Christianisierung“ deutlich. Ja, die Welt scheint „entchristianisiert“ worden zu sein. Es herrschen antichristliche, atheistisch-aggressive Strömungen und Ideologien vor. Man wirft der katholischen Kirche und allen ihren Anhängern und zunehmend allen „fundamentalistischen Gläubigen“ Intoleranz in verschiedenen Bereichen der Moral vor, doch entlarven sich diese Vorwürfe als eigentliche I G N O R A N Z gegenüber den Geboten Gottes.

Wir wollen dem religiösen Analphabetismus durch geeignete Schriften, Vorträge, (Familien-)Katechesen und Volksmissionen entgegenwirken und speziell an den jeweils aktuellen philosophischen und theologischen Irrtümern der Zeit ansetzen.

Ziel ist der Schutz der ungekürzten katholischen Lehre, die Wiederherstellung und Ausbreitung der kirchlichen Tradition sowie die Förderung des natürlichen Sittengesetzes.

Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes und aufgeopferte Leiden von Kranken und älteren Brüdern und Schwestern sind unsere „Munition“ draußen auf dem Kriegsschauplatz vor den Abtreibungskliniken und wo immer wir den Herrn frei und offen bekunden, auch wenn dies in der Nachfolge Christi unweigerlich mit Leid verbunden ist.

Der hl. Johannes Paul II. schrieb dazu in seinem Apostolischen Schreiben Salvifici Doloris(Art. 25): Das Evangelium vom Leiden spricht zunächst an verschiedenen Stellen vom Leiden „für Christus“, „um Christi willen“, und dies mit Jesu eigenen Worten oder auch mit den Worten seiner Apostel. Der Meister verbirgt nicht vor seinen Jüngern und Anhängern die Aussicht auf ein solches Leiden, sondern eröffnet sie ihnen mit allem Freimut, wobei er zugleich auf die übernatürlichen Kräfte hinweist, die ihnen inmitten von Verfolgung und Drangsal „um seines Namens willen“ beistehen werden.

Diese werden zugleich ein besonderer Erweis der Ähnlichkeit mit Christus und ihrer Verbundenheit mit ihm sein. „Wenn die Welt euch haßt, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehaßt hat…Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum haßt euch die Welt…Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen…Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat“. „Dies habe ich euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt“. 

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P. Paul Maria Sigl