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Gebetsvigilien

Die besondere Spiritualität seiner Arbeit sieht er als Auftrag und Geschenk Gottes.

Nachdem Msgr. Reilly fast zwei Jahrzehnte auf politischer Ebene für den Lebensschutz kämpfte, war er am Ende völlig mutlos. Er erzählt: „Wir versuchten es mit Erziehung, mit Protestmärschen, mit unzähligen anderen Methoden – das Töten ging weiter.“ Schließlich wurden Sitzblockaden vor Abtreibungsstätten veranstaltet. Dies brachte auch nicht den gewünschten Erfolg.

Als der Diözesanpriester nicht mehr weiter wusste, hörte er in seinem Herzen Gottes Stimme: „Warum versuchst Du es nicht mit beten?“ Nach einiger Zeit hatte er verstanden, was Gott damit meinte: Das Gebet sollte an erster Stelle stehen – und alle weiteren Aktionen daraus erwachsen.

Mit einer Handvoll Leute, die am Rosenkranzfest erstmals betend vor die damals größte Abtreibungsklinik der westlichen Welt zogen, wurde 1989 der Grundstein für die „Helfer für Gottes kostbare Kinder“ gelegt.

Msgr. Reilly, der heute Hausgeistlicher bei den Schwestern vom Kostbaren Blut in Brooklyn ist und von dort aus das Weltapostolat leitet, erklärt: „Es ist entscheidend, dass wir folgendes begreifen: Es genügt nicht, nur zum Ort des Tötens zu gehen. Es kommt darauf an, in welcher Haltung wir dort anwesend sind.“ Und Reilly denkt konstruktiv: „Wir helfen der Mutter. Das ist die einzige Lösung. Wir dürfen Frauen, die abtreiben wollen, nicht als böse Menschen ansehen, sondern müssen uns ihnen in Liebe zuwenden. So stehen wir in derselben Haltung wie Maria und der heilige Johannes unter dem Kreuz, beten in derselben Gesinnung, wie Jesus am Kreuz: “Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Msgr. Reilly fordert die Menschen auf, die Liebe an diese finstersten Orte der Städte zu bringen. Dort für die ungeborenen Babys zu beten, Sie mit Liebe in den Himmel zu verabschieden, wenn Sie getötet werden oder Sie herzlich aufzunehmen, wenn die Mutter sich für das Leben ihres Kindes entscheidet.

Aber auch für die Eltern wird gebetet, für die Ärzte und ihr Personal, alle an Abtreibung beteiligten Personen sowie für die Gesellschaft um Umkehr der Herzen. Dies in Liebe zu verrichten, angesichts des großen Verbrechens, das dort geschieht, sei sehr schwierig. Reilly drückt es so aus: „Sie und ich können das nicht. Nur Gott kann uns helfen, das zu tun. Nur Christus in uns.“ Deshalb wird der Beratungsdienst vor Abtreibungskliniken stets durch mindestens eine betende Person begleitet.

Die großen Gebetsvigilien in zahlreichen Städten der Welt beginnen immer mit der Heiligen Messe. Während ein Teil der Gruppe vor dem Eucharistischen Herrn betet, ziehen die Menschen dann mit Jesus im Herzen in einer Prozession betend, singend und schweigend durch die Städte und tragen den Herrn hinaus zum „Golgotha der heutigen Zeit“, wie Reilly die Abtreibungsorte nennt. „Wir gehen also nicht selber, sondern sind Christusträger. ER vollbringt dann die Wunder der Herzensumkehr“, erläutert der Gründer.

Der 75jährige ehemalige Regens eines Priesterseminars zieht mit dem Rosenkranz durch die Welt und verkündet, wie das Licht der barmherzigen Liebe Gottes die Finsternis des Zeitgeistes erhellt.

Vorangetragen wird bei den Vigilien ein Bild der Muttergottes von Guadaloupe. Denn Reilly ist sicher, dass es „die Frau und ihr Sohn sind, die der Schlange (=Kultur des Todes) den Kopf zertreten“.

Innerhalb von nur 11 Jahren verbreitete sich das Apostolat auf alle fünf Erdteile. Die Fakten sind eindeutig: Von zunächst 43 Abtreibungsstätten in der Diözese Brooklyn, sind heute nur noch 18 übrig! War die frühere Pro-Life-Arbeit von Msgr. Reilly fruchtlos geblieben, so kann man jetzt überall Erfolge sehen.

Heute ist das Apostolat in 40 Staaten der USA präsent. Allein in New York entscheiden sich ca. 5000 Frauen jährlich für ihr Kind. In 120 amerikanischen Städten finden die monatlichen Gebetsvigilien statt, die schon von sechs Kardinälen und über 100 Bischöfen angeführt wurden.

Seit 1991 waren in USA die Abtreibungszahlen zum ersten Mal rückläufig und fallen bis heute. Während des internationalen Pro-Life-Kongresses, der vor zwei Wochen in Fatima stattfand, sicherte der Sekretär des Päpstlichen Rates für die Familie, Bischof Karl Josef Romer, Msgr. Reilly zu, dass seine dort gehaltenen Reden zu den Enzykliken Humanae Vitae und Evangelium Vitae sowie zur Instruktion Donum Vitae (1987 von Kardinal Ratzinger) über den Päpstlichen Rat veröffentlicht würden.

Patricia Haun

Artikel der Tagespost vom 21.10.2006
(Die Autorin ist freie Journalistin und unterstützt ehrenamtlich das Präsidium der „Helfer-Deutschland)

Was ist eine Vigil?

Unter Vigil versteht man eigentlich einen Teil des monastischen Stundengebets, das in der Nacht bis in die frühen Morgenstunden gebetet wird.

Dieser Begriff wurde deshalb für die friedlichen Prozessionen gewählt, weil die Gläubigen betend und singend an die finstersten Orte der Städte ziehen, nämlich direkt vor die Abtreibungspraxen und –kliniken.

In diese Finsternis bringen sie das Licht, den eucharistischen Herrn. Der Prozession geht eine Heilige Messe voraus und die Menschen gehen quasi als lebendige Tabernakel, nachdem sie den Herrn in der Kommunion empfangen haben, hinaus durch die Stadt und bringen Jesus auf das Golgotha der heutigen Zeit.

So nennt der Weltapostolatsgründer, Monsignore Philip Reilly aus Brooklyn, New York, jene Orte, wo heute unschuldiges Blut vergossen wird – die Abtreibungsorte. Monsignore Reilly wird nicht müde in der ganzen Welt zu verkünden, dass es Jesu Wunsch ist, IHN dorthin zu bringen zur Rettung der Kinder und zur Rettung vieler Seelen.
Ablauf einer Vigil

Eine Vigil beginnt mit einer Heiligen Messe, in der, wenn möglich, besonders für die Ungeborenen und für alle kostbaren Kinder Gottes gebetet wird.

Nach der Heiligen Messe setzt der Priester das Allerheiligste aus. Ein Teil der Anwesenden verbleibt anbetend vor dem Allerheiligsten in der Kirche, um auch für die zu beten, die in einer kleinen Prozession betend vor eine Abtreibungsstätte ziehen – ohne Diskussion, ohne Transparente und vor allem ohne Groll oder gar Wut auf die Eltern und das Abtreibungspersonal.

Nachdem die völlig friedliche Verkündigung der barmherzigen Liebe Gottes auf dem Golgotha unserer Zeit beendet ist, kehren die Gläuben betend in die Kirche zurück. Dort wird zum Abschluss der Eucharistische Segen erteilt.

Früchte der Vigilien

Mittlerweile haben viele Abtreibungsstätten geschlossen und Personal fand zum Glauben an Gott.